Österreichische Sozialdemokraten Generalstreik zur Verhinderung eines Bürgerkriegs, 1927
Zusammenfassung
Im Juli 1927 riefen die österreichischen Sozialdemokraten in Wien zu einem Generalstreik auf, um weitere Gewalt zu verhindern, nachdem ein umstrittenes Freispruchsurteil Unruhen ausgelöst hatte. Der Streik dauerte vom 15. bis 18. Juli und verhinderte erfolgreich einen offenen Bürgerkrieg zwischen Wiener Arbeitern und der nationalen Regierung. Die Sozialdemokraten gewannen auch Stimmen und Repräsentation in den Wahlen von 1928. [source: nv-database]
Verwendete Taktiken
Hintergrund
In Wien 1927 hielten die Sozialdemokraten eine lokale Mehrheit, standen jedoch in Opposition zur Bundesregierung und ländlichen, faschistisch geneigten Gebieten. Ein Bundesgericht sprach drei Mitglieder der militaristischen Frontkämpfer vom Mord an einem Arbeiter und einem Jungen frei, was unter den Wiener Arbeitern Empörung auslöste. Die Sozialdemokraten riefen zu einem Generalstreik auf, um zu verhindern, dass die daraus resultierenden Proteste in einen Bürgerkrieg eskalieren. [source: nv-database]
Was geschah
Am 15. Juli 1927 erfuhren die Arbeiter von dem Freispruch und verließen ihre Arbeitsplätze, um zum Parlament zu marschieren. [source: nv-database] Arbeiter der Kraftwerke streikten und stoppten die Straßenbahnen. [source: nv-database] Die Polizei griff mit Säbeln und Revolvern an, und die Demonstranten errichteten Barrikaden, stürmten das Justizministerium und legten Feuer. [source: nv-database] Um 19 Uhr riefen die Sozialdemokratische Partei und der Gewerkschaftsrat zu einem Generalstreik auf und forderten die Arbeiter auf, zu Hause zu bleiben und Gewalt zu vermeiden. [source: nv-database] Am 16. Juli setzte sich der Streik erfolgreich fort, obwohl sechs kommunistische Jugendliche getötet wurden, möglicherweise von der Sozialistischen Republikanischen Garde. [source: nv-database] Am 17. Juli endete der Generalstreik, nachdem bekannt wurde, dass die faschistisch geneigte Heimwehr-Miliz nach Wien kommen wollte, falls der Kommunikationsstreik weiterging. [source: nv-database] Der Kommunikationsstreik endete am 18. Juli um Mittag, und die Sozialdemokraten traten in parlamentarische Gespräche ein. [source: nv-database] Über 100 Menschen wurden getötet und über 35 Millionen Dollar an Eigentum während der Unruhen zerstört. [source: nv-database]
Wichtige Personen & Organisationen
- Sozialdemokratische Partei
- Gewerkschaftsrat
- Karl Seitz
- Kanzler Seipel
- Frontkämpfer
- Heimwehr
- Sozialistische Republikanische Garde
Ergebnis
Urteil: teilweise.
Der Streik verhinderte einen offenen Bürgerkrieg zwischen den Wiener Sozialdemokraten und der nationalen Regierung, und die Sozialdemokraten gewannen Stimmen und Repräsentation in den Wahlen von 1928. Allerdings erreichte der Streik keinen breiteren politischen Wandel, und die Gewalt hatte bereits zu erheblichen Verlusten an Menschenleben und Eigentum geführt. [source: nv-database]
Lektionen
- Ein Generalstreik kann genutzt werden, um gewalttätige Proteste zu deeskalieren und einen Bürgerkrieg zu verhindern.
- Koordinierte Streiks über verschiedene Sektoren hinweg können Druck auf die Behörden ausüben und gleichzeitig gewaltfreie Disziplin wahren.
- Schnelle Kommunikation mit regionalen Verbündeten ist entscheidend, um Bedrohungen durch gegnerische Milizen entgegenzuwirken.
Quellen
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Quellen & Verifizierung
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