Internationale Gruppen boykottieren Nestlé-Produkte, um wahllose Werbung zu beenden
Zusammenfassung
Von 1977 bis 1984 organisierte eine globale Koalition von Verbrauchern und NGOs einen Boykott von Nestlé-Produkten, um das aggressive Marketing des Unternehmens für Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern zu stoppen. [source: nv-database]
Die Kampagne, initiiert von Infant Formula Action (InFACT) in Minneapolis, verbreitete sich auf zehn Länder und setzte Bildungsarbeit, Briefaktionen und Verbraucherboykotte ein. [source: nv-database]
1984 stimmte Nestlé zu, den Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten einzuhalten, was zur Aussetzung und schließlich zum Ende des Boykotts führte. [source: nv-database]
Verwendete Taktiken
- unbekannt
Hintergrund
Nestlé förderte aggressiv Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern, wo unsicheres Wasser und schlechte Hygiene das Flaschenfüttern gefährlich machten und zu Säuglingstoden führten. [source: nv-database]
Trotz einer Empfehlung eines Schweizer Gerichts von 1976, sein Marketing zu ändern, hielt sich Nestlé nicht daran, was Aktivisten dazu veranlasste, 1977 einen Boykott zu starten. [source: nv-database]
Was geschah

Internationale Gruppen boykottieren Nestlé-Produkte, um wahllose Werbung zu beenden, — Wikimedia Commons contributor (Public domain). Quelle: international-groups-boycott-nestle-products-to-end-indiscriminate.jpg
Am 4. Juli 1977 startete Infant Formula Action (InFACT) einen Boykott in Minneapolis, der bis November 1977 national wurde und sich bis 1978 auf Australien, Kanada und Neuseeland ausbreitete [source: nv-database]. Aktivisten verteilten Flugblätter mit einer Liste von Nestlé-Produkten, die boykottiert werden sollten, hielten Teach-ins ab und ermutigten zum Schreiben von Briefen an Nestlé-Verantwortliche [source: nv-database]. In Boston organisierte Lois Happe eine ‘Boston Nestea Party’, bei der Nestlé-Produkte symbolisch entsorgt wurden [source: nv-database]. In North Carolina protestierte Lew Church vor Supermärkten und überzeugte Kunden, keine Nestlé-Produkte zu kaufen [source: nv-database]. Die ‘Clip Nestle Quick’-Kampagne sammelte Gutscheine, die auf einen ‘Boycott Express’-LKW geladen wurden, der von San Francisco nach New York fuhr, um sie bei der Nestlé-Zentrale abzuladen [source: nv-database]. Am 23. Mai 1978 hielt Senator Edward Kennedy Senatsanhörungen ab, in denen er Nestlés Marketing kritisierte [source: nv-database]. Im Oktober 1979 veranstalteten WHO und UNICEF eine Konferenz, die zur Ausarbeitung des Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten führte, der 1981 angenommen wurde, und zur Gründung von IBFAN [source: nv-database]. Nestlé weigerte sich zunächst, den Kodex einzuhalten [source: nv-database]. 1981 enthüllte ein durchgesickertes Memo von Nestlé-Vizepräsident Ernest Saunders eine Strategie, Dritte zu nutzen, um den Boykott zu diskreditieren, was nach hinten losging, als die Washington Post aufdeckte, dass Nestlé 25.000 Dollar an das Ethics and Public Policy Center gespendet hatte [source: nv-database]. Der Boykott wuchs auf zehn Länder an [source: nv-database]. Am 24. Januar 1984 stimmte Nestlé zu, den Internationalen Kodex in der Dritten Welt einzuhalten, und nach sechs Monaten Überwachung rief IBFAN den Boykott am 4. Oktober 1984 ab [source: nv-database].
Wichtige Personen & Organisationen
- Infant Formula Action (InFACT)
- International Organization of Consumers Unions (IOCU)
- War on Want
- Third World Action Group of Bern
- Interfaith Center on Corporate Responsibility (ICCR)
- International Baby Food Action Network (IBFAN)
- Senator Edward Kennedy
- WHO
- UNICEF
- Nestlé Corporation
- Douglas Johnson
- Lois Happe
- Lew Church
- Ernest Saunders
- Ethics and Public Policy Center (EPPC)
- The Washington Post
Ergebnis
Urteil: gewonnen.
Der Boykott erreichte sein Ziel: Nestlé stimmte zu, alle Promotionen für Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern einzustellen und den Internationalen Kodex einzuhalten. Die Kampagne erzielte 10 von 10 Punkten in der Erfolgsevaluation, was auf die vollständige Erreichung der Forderungen, das Überleben und das Wachstum hinweist. [source: nv-database]
Lektionen
- Ein Verbraucherboykott kann effektiv Druck auf einen multinationalen Konzern ausüben, wenn er mit öffentlicher Bildung und institutionellen Verbündeten kombiniert wird.
- Das Durchsickern interner Unternehmensdokumente kann unethische Strategien aufdecken und die öffentliche Unterstützung mobilisieren.
- Die Koordination lokaler Aktionen zu einer einheitlichen internationalen Kampagne verstärkt die Wirkung und erschwert es dem Ziel, die Bewegung zu diskreditieren.
Quellen
Haftungsausschluss: Enthalten als Lehrbeispiel für Kampagnenhandwerk, nicht als Befürwortung.
Quellen & Verifizierung
nv-database— grounding: primary — license: link-only- Rewritten: 2026-06-25 via
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