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Corporate Campaigning


Definition

Corporate Campaigning ist das bürgerseitige Gegenstück zur Unternehmenslobbyarbeit: Es verfolgt, deckt auf und übt Druck auf Unternehmensmacht aus – als Kampagnenziel und nicht als Lobby-Gesprächspartner. Es behandelt das Unternehmen als organisatorischen Entscheidungsträger, dessen Verhalten durch Veränderung der Kosten, Risiken oder Reputationsfolgen seines aktuellen Kurses umgestaltet werden kann.

Das Instrumentarium umfasst Aktionärsresolutionen, Druck auf die Lieferkette, Verbraucherboykotte, Markenreputationsarbeit, regulatorische Beschwerden, öffentliche Investorenkoalitionen und – wo Arbeitnehmer organisiert sind – die Hebelwirkung von Tarifverhandlungen. Das gemeinsame Ziel ist es, die Kosten des Geschäftsbetriebs für das Ziel schneller steigen zu lassen als die Kosten der Kampagne, bis eine politische Änderung zur günstigeren Option wird.

Es hat eine lange Geschichte: Die Anti-Apartheid-Divestment-Kampagnen der 1980er Jahre sind das kanonische erfolgreiche Beispiel, und moderne Klima-, Tabak-, fossile Brennstoffe- und Tech-Verantwortlichkeitsbemühungen wiederholen das Muster. Die Taktik funktioniert am besten, wenn die Kampagne einen Entscheidungsträger identifizieren kann, der eine treuhänderische oder reputationsbezogene Pflicht hat, die neuen Kosten abzuwägen.

Es überschneidet sich mit der Tradition der Aktionärsvertretung, mit der Praxis strategischer Klagen (wenn der Druck eine rechtliche Form annimmt) und mit der Arbeit zu verantwortungsvollen Investitionen / ESG-Verantwortlichkeit.

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