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Twitter und Tränengas (Zeynep Tufekci)


Zusammenfassung

Zeynep Tufekcis Twitter und Tränengas (Yale University Press, 2017) ist die kanonische akademische Abhandlung darüber, wie digitale Netzwerktechnologien die Dynamik von Protestbewegungen verändert haben. Tufekci argumentiert, dass vernetzte Proteste eine spezifische Fragilität erzeugen: Die gleichen Werkzeuge, die die Kosten der Mobilisierung senken, untergraben auch die organisatorische Kapazität, die Massenbewegungen in der Ära vor den sozialen Medien aufrechterhielt.

Hauptteil

https://yalebooks.yale.edu/book/9780300228092/twitter-and-tear-gas

Tufekcis zentrales Argument zieht sich durch eine Reihe von vergleichenden Fallstudien — der ägyptische Aufstand 2011, die spanischen Indignados 2011–13, die Gezi-Park-Proteste 2013, die Occupy-Bewegung 2011–13, der Euromaidan 2013–14 in der Ukraine und die Proteste nach den Wahlen im Iran 2009 — und identifiziert ein wiederkehrendes Muster. [source: tufekci-twitter-teargas] Das Muster ist, dass digital vernetzte Bewegungen schnell große Menschenmengen mobilisieren können, hochsichtbare öffentliche Aktionen aufrechterhalten können und in einem Ausmaß koordinieren können, das Bewegungen vor dem Internet nicht erreichen konnten; sie neigen jedoch dazu, die dauerhafte organisatorische Infrastruktur zu vermissen — Führungsentwicklung, Entscheidungsprotokolle, interne Kommunikationskanäle, die außerhalb von Plattforminterferenzen überleben — die es Massenbewegungen historisch ermöglichte, Mobilisierung in dauerhaften politischen Wandel zu übersetzen. [source: tufekci-twitter-teargas]

Das Buch unterscheidet zwischen zwei Kapazitäten, die in der Literatur oft vermischt werden: Broadcast-Power (die Fähigkeit, ein Publikum zu erreichen) und Koordinationskraft (die Fähigkeit, kollektive Aktionen unter Bedingungen staatlicher Opposition zu organisieren). [source: tufekci-twitter-teargas] Tufekci argumentiert, dass die digitalen Werkzeuge der 2010er Jahre die Broadcast-Power stark erhöhten und die Koordinationskraft nur mäßig erhöhten, mit dem Ergebnis, dass vernetzte Bewegungen im Moment der Mobilisierung ungewöhnlich gut und danach ungewöhnlich fragil sind. [source: tufekci-twitter-teargas]

Das Buch stützt sich auf akademische Literatur aus Soziologie, Kommunikationswissenschaften und Bewegungstheorie und wurde selbst in der Bewegungstheorie-Literatur der späten 2010er Jahre häufig zitiert. [source: tufekci-twitter-teargas] Seine zentrale Behauptung — dass vernetzter Protest eine spezifische Fragilität aufweist, die mit Plattformabhängigkeit und schwacher interner Infrastruktur verbunden ist — wurde in nachfolgender Forschung aufgegriffen und angefochten. [source: tufekci-twitter-teargas]

Da das Buch von der Yale University Press unter standardmäßigem akademischem Urheberrecht veröffentlicht wird, paraphrasiert dieses Wiki die Argumente und verlinkt auf die Seite des Verlags, anstatt Passagen zu reproduzieren. [source: tufekci-twitter-teargas] Das Abstract und ein umfangreiches Autoreninterview sind frei verfügbar; der vollständige Text ist kostenpflichtig und wird nicht über die Erlaubnis des Verlags hinaus gespeichert oder zitiert. [source: tufekci-twitter-teargas]

Verwendung

Ein theoretischer Anker für die networked-movements Konzeptseite; eine Referenz für jede Diskussion der Bewegungstheorie über Plattformabhängigkeit; ein Lehrtext für einen Organisator, der überlegt, warum eine große Mobilisierung nicht in dauerhafte Macht übersetzt wurde.

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