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Daubanes & Jean-Marie


Zusammenfassung

Julien Daubanes (HEC Lausanne) und Aude Jean-Marie (University of St Andrews, ehemals MIT CEEPR) — Mitautoren der Theory of NGO Activism (MIT CEEPR Working Paper 2016-010), das am häufigsten zitierte formale ökonomische Modell zur Strategieauswahl von NGOs.

Hauptteil

Julien Daubanes und Aude Jean-Marie entwickelten die Theory of NGO Activism in ihrem 2016 erschienenen Papier A Theory of NGO Activism (MIT CEEPR Working Paper 2016-010) [source: daubanes-ngo-activism]. Das Modell behandelt NGOs als rationale Akteure, die zwischen vier Kampagnenstrategien wählen — Information (öffentliche Berichterstattung, Naming-and-Shaming), rechtlich (regulatorische Beschwerden, Klagen), Markt (Konsumentenboykotte, Druck auf die Lieferkette) und politisch (Lobbyarbeit bei Regulierungsbehörden, gesetzgeberische Interessenvertretung) — und fragt: Welche Strategie ist optimal angesichts der erwarteten Reaktion des Unternehmens und der Haltung des Regulators? [source: daubanes-ngo-activism].

Die zentrale strukturelle Behauptung des Modells: Die Wahl der NGO-Strategie hängt von drei Faktoren ab — den Kosten jeder Strategie, der erwarteten Reaktion des Unternehmens (Reputationssensibilität) und der Haltung des Regulators (aktiv vs. vereinnahmt) [source: daubanes-ngo-activism]. Das Rahmenwerk leitet Vorhersagen ab: Eine NGO, die einem reputationssensiblen Unternehmen und einem aktiven Regulator gegenübersteht, wird Informationsstrategien nutzen (günstig, und das Unternehmen gibt ohne weitere Eskalation nach); eine NGO, die einem reputationsunempfindlichen Unternehmen und einem vereinnahmten Regulator gegenübersteht, muss auf Markt- oder politische Strategien eskalieren [source: daubanes-ngo-activism]. Die Theorie wurde erweitert, um finanzmarktbezogenen Aktivismus (Aktionärsanträge, Desinvestition) und die Rolle von Koalitionen einzubeziehen und ist das am häufigsten zitierte formale ökonomische Modell der NGO-Strategie in der akademischen Literatur der 2010er Jahre [source: daubanes-ngo-activism].

Das Rahmenwerk ergänzt Keck & Sikkinks deskriptiven Bericht Activists Beyond Borders: Während keck-sikkink die vier politischen Mechanismen beschreibt, die ein Interessenvertretungsnetzwerk nutzt, sagt das Modell von Daubanes und Jean-Marie voraus, welches eine NGO unter einer gegebenen Kosten-/Reputations-/Regulatorenkonfiguration wählen wird [source: daubanes-ngo-activism].

Verwendungsmöglichkeiten

Diagnose, warum eine NGO eine Strategie anstelle einer anderen verwendet (oder verwenden sollte); Erklärung des NGO-Verhaltens in politisch-ökonomischen Seminaren auf Graduiertenebene; Kombination mit dem deskriptiven keck-sikkink Rahmenwerk für eine vollständige Darstellung (Mechanismus + Wahl); Grundlage der theory-of-ngo-activism Konzeptseite.

Anwendungsbeispiele

  • coalition-of-immokalee-workers-campaign-against-taco-bell — Die jahrzehntelange Lieferkettenstrategie der CIW gegen Taco Bell ist ein Beispiel für eine Marktstrategieentscheidung bei einem reputationssensiblen Ziel (Yum! Brands) und einem aktiven Regulator (das Fair Food Programme).

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FAQ

Wer sind Julien Daubanes und Aude Jean-Marie?

Julien Daubanes (HEC Lausanne) und Aude Jean-Marie (University of St Andrews, ehemals MIT CEEPR) sind Mitautoren der Theory of NGO Activism (MIT CEEPR Working Paper 2016-010), das am häufigsten zitierte formale ökonomische Modell zur Strategieauswahl von NGOs. Sie entwickelten das Modell in ihrem 2016 erschienenen Papier A Theory of NGO Activism, das NGOs als rationale Akteure behandelt, die zwischen vier Strategien wählen — Information, rechtlich, Markt, politisch — und fragt, welche angesichts der erwarteten Reaktion des Unternehmens und der Haltung des Regulators optimal ist [source: daubanes-ngo-activism].

Was sind die vier NGO-Strategien im Modell?

Das Modell behandelt NGOs als rationale Akteure, die zwischen vier Kampagnenstrategien wählen [source: daubanes-ngo-activism]: Information (öffentliche Berichterstattung, Naming-and-Shaming), rechtlich (regulatorische Beschwerden, Klagen), Markt (Konsumentenboykotte, Druck auf die Lieferkette) und politisch (Lobbyarbeit bei Regulierungsbehörden, gesetzgeberische Interessenvertretung). Jede Strategie hat eine andere Kostenstruktur, und die zentrale Frage des Modells ist, welche angesichts der erwarteten Reaktion des Unternehmens und der Haltung des Regulators optimal ist.

Was bestimmt die Wahl der NGO-Strategie?

Die Wahl der NGO-Strategie hängt von drei Faktoren ab — den Kosten jeder Strategie, der erwarteten Reaktion des Unternehmens (Reputationssensibilität) und der Haltung des Regulators (aktiv vs. vereinnahmt) [source: daubanes-ngo-activism]. Das Rahmenwerk leitet Vorhersagen ab: Eine NGO, die einem reputationssensiblen Unternehmen und einem aktiven Regulator gegenübersteht, wird Informationsstrategien nutzen (günstig, und das Unternehmen gibt ohne weitere Eskalation nach); eine NGO, die einem reputationsunempfindlichen Unternehmen und einem vereinnahmten Regulator gegenübersteht, muss auf Markt- oder politische Strategien eskalieren.

Wie stehen Daubanes & Jean-Marie zu Keck & Sikkink?

Das Rahmenwerk von Daubanes und Jean-Marie ergänzt den deskriptiven Bericht Activists Beyond Borders von Keck und Sikkink [source: daubanes-ngo-activism]. Während keck-sikkink die vier politischen Mechanismen beschreibt, die ein Interessenvertretungsnetzwerk nutzt, sagt das Modell von Daubanes und Jean-Marie voraus, welches eine NGO unter einer gegebenen Kosten-/Reputations-/Regulatorenkonfiguration wählen wird. Beide zusammen bieten Mechanismus plus Wahl — eine vollständige Darstellung der NGO-Strategie.

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Offene Fragen

  • Die Seite stützt sich auf das 2016 erschienene Arbeitspapier als Hauptquelle. Ein vollständigerer biografischer Bericht über die spätere Arbeit von Daubanes und Jean-Marie (Erweiterungen zum finanzmarktbezogenen Aktivismus, Koalitionsdynamik) würde die Seite stärken, ohne neue Rahmenbehauptungen hinzuzufügen.

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