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Constructive Programme


Definition

Das constructive programme ist die gandhische Idee, dass eine Bewegung die alternative Gesellschaft, die sie anstrebt, neben ihrem Widerstand gegen die bestehende aufbauen muss – durch parallele Institutionen, mutual-aid-Netzwerke und präfigurative Praxis. Der Begriff stammt aus Gandhis Constructive Programme (1941), wo constructive work neben non-cooperation als zweigleisige Bewegungsstrategie stand.

Das Argument: Eine Bewegung, die nur Widerstand leistet, hinterlässt ein Vakuum, das die alten Strukturen nach einem Sieg wieder füllen werden; eine Bewegung, die auch aufbaut, hinterlässt bereite Alternativen. Ziel ist es nicht, durch Vorbild zu inspirieren, sondern Institutionen (Genossenschaften, Schulen, Kliniken, Pressen, Kreditgenossenschaften, Bibliotheken) aufzubauen, die das Ende der Kampagne überdauern und nach der Demonstration weiter funktionieren.

Die zeitgenössische Tradition – Commons-Bibliotheken, gegenseitige Hilfsnetzwerke, Community Land Trusts, Arbeiter*innengenossenschaften, Klimaresilienz-Hubs – behandelt das constructive programme als die praktische Seite der präfigurativen Politik. Risiken sind real: Der Aufbau von Institutionen kann die Bewegungskapazität erschöpfen und den Fokus vom Konflikt auf die Dienstleistung verlagern.

Es überschneidet sich mit mutual-aid, strategic-effectiveness-method und governance.

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